Zukunftsworkshops


Mikrosystemtechnik für individualisierte Medizin
Montag, 12. Oktober, 13:30 - 16:30
Estrelsaal C1


Leitung: K. Hartwig, J. Berger, VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, Berlin


Als deutlicher Indikator unseres immer besser werdenden Gesundheitssystems gilt die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung, zumindest westlicher Industrienationen. Ganze sieben Jahre und vier Monate stieg diese in den vergangenen 35 Jahren. Die Medizin macht immer größere Fortschritte. Immer mehr Medikamente werden gegen immer besser verstandene Krankheiten entwickelt. Doch mit steigendem Vermögen, wirksame Medikamente gezielt entwickeln zu können, wachsen auch die Ansprüche an die frühzeitige Erkennung bereits vorhandener, mehr oder weniger ausgeprägter Krankheiten. Gleiches gilt für Therapien, die möglichst nebenwirkungsfrei effektiv und individuell Krankheiten bezwingen können und gleichzeitig noch bezahlbar sein sollen.
Es ist inzwischen unbestritten, dass Krankheiten sich, je nach molekularen Eigenschaften des Erkrankten, individuell ausprägen und dementsprechend auch möglichst individuell behandelt werden müssen. Eine individualisierte Medizin, d. h. eine vorgeschaltete, detaillierte Diagnostik im Zusammenspiel mit der Entwicklung spezifisch wirkender Medikamente, ermöglicht eine wirksamere Behandlung von Erkrankungen. Der Grad der Komplexität von Diagnostik und Therapie erhöht sich allerdings durch die Individualisierung enorm. Die Mikrosystemtechnik hat das Potenzial, den Umgang mit dieser Komplexität zu unterstützen und sie dadurch handhabbarer zu machen.
Nach der Entwicklung von Einzeltechnologien und -geräten, die Teilaspekte diagnostischer Arbeitsabläufe bereits abbilden, gilt es nun, diese Komponenten zu wirklichen Systemen zusammenzufügen. Gefordert ist deshalb die Entwicklung und Integration von innovativen Ansätzen, die die gesamten Arbeitsabläufe innerhalb der Bioanalytik bzw. der Wirkstoffentwicklung abbilden oder sich optimal in sie einpassen. Ausreichende Genauigkeit und eine wettbewerbsfähige Wirtschaftlichkeit der durchgeführten Analysen sowie die mögliche Einpassung in akzeptierte und etablierte Workflows sind wichtige Kriterien für die Entwicklung marktfähiger Lösungen.
Ziel des Zukunftsworkshops ist es auszuloten, welche Entwicklungsansätze besonders vielversprechend zur Erfüllung der genannten Anforderungen sind und welche Beiträge die Mikrosystemtechnik dazu leisten kann. Darüber hinaus werden nichttechnische Innovationsbarrieren angesprochen, wie z. B. Themen der Standardisierung, der Zulassung, des Marktzugangs sowie der Kostenübernahme durch das Gesundheitssystem.
Für diesen Workshop ist die Teilnehmerzahl begrenzt.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an:
Kristina Hartwig
hartwig@vdivde-it.de

Technische Assistenzsysteme in der Rehabilitation (TAR)
Montag, 12. Oktober, 13:30 - 16:30
Estrelsaal C2


Leitung: A. Sigmund, A. Hilbert, VDI/VDE Innovation +  Technik GmbH, Berlin


Rehabilitation hat zum Ziel, Menschen nach einem Unfall oder schweren Erkrankungen die Rückkehr in ihr berufliches, soziales und familiäres Umfeld zu ermöglichen. Diese Wiedereingliederung stellt nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Gesellschaft eine beachtliche Herausforderung dar. Zur Wiederherstellung von Körperfunktionen sind spezifische und nachhaltig trainierte Übungen in der Klinik, aber auch in der häuslichen Nachsorge, wesentlich.
Der Trend zur Frührehabilitation von Patienten bereits in der Klinik kann durch technische Systeme effektiv unterstützt werden. Auch können die hohen körperlichen Belastungen des Personals, besonders der Physiotherapeuten, und der teilweise hohe personelle Aufwand deutlich reduziert werden. Dies gilt besonders für neurologische und orthopädische Erkrankungen.
Es ist bekannt, dass die Patienten nach der Entlassung aus der stationären Reha-Einrichtung zuhause oft mit ihren Übungen allein gelassen werden und diese aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr durchführen. Dadurch kommt die Genesung ins Stocken, und damit verbunden sind teilweise irreparable Funktionsverluste, chronische Beschwerden und als Folge eine drohende Frührente. Wesentlich sind daher motivierende, ambulant durchzuführende Übungen und Kontrollsysteme, die entscheidend für den individuellen Patienten und seine Angehörigen, aber auch für eine langfristige Kosteneinsparung im Gesundheitswesen sind.
Technische Assistenzsysteme dienen zur stationären und ambulanten Behandlung von Erkrankungen und dem Training, der Unterstützung, der Wiederherstellung oder dem Ersetzen folgender Funktionen und Fähigkeiten:
- Motorik (Bewegungsapparat und Mobilisierung),
- Sensorik (Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken),
- vegetatives System (Herz-Kreislauf-System, Verdauungssystem).
Die rasante Entwicklung in Sensorik, Mechatronik, Informationstechnik und Robotik hat eine hervorragende Ausgangssituation für neue Verfahren geschaffen.
Die Rehabilitationsmaßnahmen zuhause können z. B. durch den Einsatz von Telerehabilitation mit intelligenten Systemen langfristig die klinischen Ergebnisse sichern und so kritische Phasen überbrücken. Im Workshop soll das Thema intensiv diskutiert und der gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedarf ermittelt werden.
Für diesen Workshop ist die Teilnehmerzahl begrenzt.
Bitte melden Sie sich an unter:
www.mikrosystemtechnik-kongress.de/anmeldung/Rehabilitation




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